Osnabrücker Medizinhochschule im Fokus
Wie lässt sich die Gesundheitsversorgung der Zukunft sichern? Beim diesjährigen Parlamentarischen Abend des GewiNet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft in Hannover stand ein Leuchtturmprojekt im Mittelpunkt: Die geplante private Medizinische Hochschule Osnabrück. Vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft machten Stadt und Landkreis Osnabrück deutlich, dass sie die Versorgungssicherung aktiv selbst gestalten wollen. „Eine vorbildliche Übernahme von Verantwortung für die Daseinsvorsorge“, lobte Landtags-Vizepräsidentin Tanja Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) das Konzept.
Gesundheitswirtschaft als Jobmotor
Der erste Vorsitzende von GewiNet Prof. Dr. med. Michael Böckelmann unterstrich in der Diskussion die wirtschaftliche Relevanz der Branche: „Gesundheitswirtschaft ist ein riesiger Jobmotor und ein Stabilitätsfaktor. “ Er plädierte für einen Perspektivwechsel: Weg vom reinen Kostenblick, hin zu einer proaktiven Haltung. Regionen sollten nicht auf Reformen aus Berlin oder Hannover warten, sondern eigene Lösungen entwickeln – eine Haltung, die auch das Netzwerk GewiNet verkörpert.
Die Notwendigkeit des Projekts belegte der Erste Kreisrat Malte Stakowski mit Zahlen: Die Zahl der freien Arztsitze im Landkreis Osnabrück ist seit 2017 von acht auf über 20 gestiegen; zudem ist ein Drittel der Ärzteschaft über 60 Jahre alt. Angesichts veränderter Berufsbilder und Arbeitszeitmodelle sei die neue Hochschule ein entscheidender Baustein, um den Fachkräftenachfrage langfristig zu decken.
Auch Heike Pape, Verwaltungsvorständin der Stadt Osnabrück, bekräftigte auf dem Podium den Umsetzungswillen: „Wir wollen Lebensverhältnisse vor Ort gestalten. Die Motivation in der Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis, Wissenschaft und Kliniken ist sehr hoch.“ Ergänzend unterstrich der Osnabrücker Unternehmer und Investor Jan-Felix Simon die langfristige Relevanz des Vorhabens: „In der Gesundheitswirtschaft wird der Mensch als Arbeitnehmer – trotz KI – immer im Fokus stehen. Eine eigene Medizinische Hochschule ist eine Initialzündung für die Zukunft, die weit über unsere Region hinausstrahlt.“
Breite Unterstützung für das Projekt
Die Pläne aus Stadt und Landkreis Osnabrück stießen an diesem Abend auf breites Wohlwollen. Betont wurde dabei auch die Strahlkraft des Vorhabens, das weit über die Region hinaus als Initialzündung für die niedersächsische Gesundheitswirtschaft wirken könne.
Das Fazit des Abends: In Osnabrück zieht die Gesundheitswirtschaft gemeinsam mit der Politik an einem Strang, um die Versorgungslücke mutig zu schließen.
Fotos: Marcus Prell Fotografie
Einen ausführlichen Medienbericht zum Parlamentarischen Abend finden Sie hier.



