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15.02.2021 13:43

Corona-Mutationen bereiten Patienten und Ärzten Sorgen


Bad Rothenfelde. Mit den Corona-Mutationen steigt die Zahl der Patienten, die bei Herzproblemen zu spät einen Arzt aufsuchen. Bei immer mehr Patienten stellt die Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde fest, dass sie bei Herzbeschwerden nicht rechtzeitig den Arzt konsultiert haben und daher mit schweren Krankheitsverläufen behandelt werden müssen.

Die aktuelle Entwicklung besorgt die Herzspezialisten in Bad Rothenfelde sehr: „Es kommt deutlich häufiger vor, dass Patienten mit Beschwerden eine Behandlung hinauszögern“, sagt Prof. Dr. Nicolas Doll, Chefarzt der Herzchirurgie. „Das kann zu schweren Folgeschäden und Komplikationen und sogar zu lebensbedrohlichen Situationen führen“, warnt er. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Aufklärungsarbeit dazu geführt, dass Herzinfarkte deutlich schneller behandelt werden konnten. Die Corona-Pandemie hat einen Teil dieser Aufklärungsarbeit zunichtegemacht: „Wir behandeln Krankheitsbilder, die wir seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben“, macht Prof. Doll das Ausmaß deutlich.

„Der Grundsatz Zeit ist Herzmuskel gilt auch in der Corona-Pandemie“, betont Prof. Dr. Gerold Mönnig, Chefarzt der Kardiologie in der Schüchtermann-Klinik. „Ich kann daher nur jedem dringend raten, bei neuaufgetretenen oder zunehmenden Herzbeschwerden unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Alle Krankenhäuser im Landkreis Osnabrück haben ein umfangreiches Hygieneprogramm, so dass das Infektionsrisiko innerhalb einer Klinik verschwindend gering ist. Auch Vorsorgeuntersuchungen sollten unbedingt wahrgenommen werden.“

Prof. Dr. Mönnig und Prof. Dr. Doll warnen zudem davor, Eingriffe abzusagen: „In der Herzmedizin gilt grundsätzlich: Die meisten Eingriffe sind prognostisch notwendig und nicht beliebig verschiebbar. Notfalleingriffe müssen unverzüglich durchgeführt werden. Dafür war und ist das Herzzentrum jederzeit vorbereitet.“

Um einer Infektion vorzubeugen, raten sie Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sich gemäß den Empfehlungen des Robert- Koch-Instituts zu verhalten, Kontakte zu meiden, Abstand zu halten und einen Mundnasenschutz zu tragen.

Sollte ein Herzpatient trotz dieser Maßnahmen Symptome einer COVID 19- Infektion verspüren (Fieber, trockener Reizhusten, Kopf- und Gliederschmerzen, Geschmacksverlust) sollte er sofort telefonisch Kontakt zu seinem Hausarzt aufnehmen. Dieser entscheidet dann zusammen mit dem Gesundheitsamt über einen Rachenabstrich und gegebenenfalls über eine Krankenhauseinweisung.