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26.10.2020 12:33

Künstliche Intelligenz macht Darmspiegelung im MHO jetzt präzise wie nie


Osnabrück. Bei der Darmspiegelung setzt die Abteilung für Endoskopie und Sonographie des Marienhospitals Osnabrück (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken jetzt auf ein neues System, das Polypen dank künstlicher Intelligenz äußerst präzise aufspürt und den Arzt bei der Erkennung unterstützt.

„Das hat es in dieser Form bisher nicht gegeben“, sagt Dr. Oliver Möschler (Leitender Oberarzt und Sektionsleiter der Endoskopie). Das MHO gehöre auch überregional zu den wenigen Krankenhäusern mit dieser Ausstattung.

Denn: Konkret werden zwei neue Techniken bei der Darmspiegelung verwendet. Zum einen ein spezielles Endoskop, bei dem mit Hilfe eines Ballons die Falten der Dickdarmwand vorsichtig geglättet werden können. Damit können versteckte Polypen häufiger gefunden werden. Zum anderen wird künstliche Intelligenz eingesetzt, die Polypen selbstständig erkennt und diese gleichzeitig einordnet: Während der Endoskopie markiert der Algorithmus erkannte Polypen in Echtzeit im Bild. Zusätzlich gibt die künstliche Intelligenz die Information, ob der Befund harmlos ist oder besser entfernt werden sollte. Sie agiert als zweiter wachsamer Beobachter während der Untersuchung.

Auch Chefärztin PD Dr. Kerstin Schütte ist von der neuen Technologie beeindruckt. „Durch den Einsatz der Geräte wird die Chance einen Polypen zu finden, um zehn Prozent erhöht.“ Dies verbessere die Sicherheit des Patienten in Bezug auf die Vorsorge einer Darmkrebserkrankung. „Laut bisheriger Studien konnten durch die neue Technologie mehr Darmpolypen gefunden werden, sodass die Qualität der Vorsorge von Dickdarmkrebs weiter optimiert wird“, so Dr. Schütte.

Die neuen Geräte bieten außerdem die Möglichkeit, eigene Studien durchzuführen. „Das Marienhospital dokumentiert die gefundenen Polypen der Mediziner bereits seit längerem“, erläutert Dr. Möschler: „Damit besitzen wir eine gute Datengrundlage, anhand welcher wir den signifikanten Fortschritt durch die neue Technologie zeigen können. Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz sammeln wir als Vorreiter frühe Erfahrungen mit der richtungsweisenden Technik.“