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22.06.2020 11:11

Marienhospital eröffnet neue Herzrhythmusstation


Den Startschuss für die neue Herzrhythmusstation im MHO gaben (von links) Oberarzt Prof. Dr. Peter Milberg (ärztliche Leitung), Andreas Lemme (pflegerische Stationsleitung), Pflegedirektorin Susanne Karrer, Krankenhausdirektor Johannes Düvel sowie Chefarzt Prof. Dr. Thomas Wichter. Foto: Daniel Meier/MHO

Osnabrück. Das Marienhospital Osnabrück (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken hat eine neue Station für Patienten mit Herzrhythmusstörungen eröffnet. Diese können hier nun akut behandelt und langfristig betreut werden. Damit will die Klinik für Innere Medizin/Kardiologie des Marienhospitals dem steigenden Bedarf an qualifizierter Behandlung der Herzrhythmusstörungen begegnen und die hervorragende kardiologische Versorgung der Patienten im Großraum Osnabrück weiter verbessern.

Zudem nimmt die Station das Vorhofflimmern verstärkt in den Blick. Dieses ist weltweit die häufigste Herzrhythmusstörung. Derzeit sind in Deutschland rund 1,5 - 2 Millionen Menschen betroffen, die Dunkelziffer ist vermutlich hoch. Aufgrund der Altersentwicklung der Bevölkerung wird sich die Zahl betroffener Patienten in den nächsten 40 Jahren verdoppeln. Typische Anzeichen des Vorhofflimmerns sind ein unregelmäßiger Puls und Symptome wie Herzrasen, Herzstolpern, eine reduzierte körperliche Belastbarkeit und ein damit verbundenes Unruhe- und Angstgefühl. Zudem können sich bei den betroffenen Patienten Blutgerinnsel in der linken Vorkammer bilden, die einen häufig schwerwiegend verlaufenden Schlaganfall zur Folge haben können. Daher kommen der frühzeitigen Erkennung und Behandlung dieser Patienten eine immense Bedeutung zu.

Auf der neu errichteten Rhythmusstation erfolgt ohne lange Wartezeiten eine sofortige adäquate Behandlung durch ein Team von hoch spezialisierten Ärzten und speziell geschultem Pflegepersonal. Eine moderne Monitoranlage ermöglicht die lückenlose Überwachung des Herzschlages der betroffenen Patienten und bietet damit die Grundlage für eine sofortige Behandlung der Beschwerden.

Für eine dauerhafte und nachhaltige Therapie von Rhythmusstörungen hat die Katheterablation eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Das Marienhospital Osnabrück verfügt über einen eigens dafür konzipierten Herzkatheterraum, in dem ein erfahrenes Pflege- und Ärzteteam unter Leitung von Oberarzt Prof. Dr. Peter Milberg täglich und ausschließlich Verödungsbehandlungen durchführt. Dieses Team wird aufgrund des zunehmenden Bedarfes ab Herbst dieses Jahres durch zwei weitere erfahrene Oberärzte verstärkt werden. Das Marienhospital baut damit die interventionelle Rhythmologie als hochspezialisierte Einheit innerhalb der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Thomas Wichter zu einem überregionalen Zentrum für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen aus.

Prof. Dr. Milberg betont: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer personell und technisch hervorragend ausgestatteten Rhythmusstation nun die medizinische Versorgung der Patienten mit Herzrhythmusstörungen (vor allem Vorhofflimmern) weiter verbessern können“. Lange Wartezeiten in der stark beanspruchten Notaufnahme würden so weitgehend vermieden und die betroffenen Patienten frühzeitig einem Arzt mit spezieller Herzrhythmus-Expertise vorgestellt.

Neben der Linderung akuter Beschwerden des Patienten (etwa durch eine zeitnahe Kardioversion) erfolgt dann die Einschätzung möglicher weiterer Therapieoptionen durch ein Team erfahrener Rhythmologen.