Über 10 000 Herzschrittmacher und Herzdefibrillatoren implantiert >
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05.02.2018 09:43 Kategorie: Veranstaltungsberichte

Gesundheitsregion Osnabrück vorbildlich - Lob der stellvertretenden Landtagspräsidentin beim Parlamentarischen Abend von Gewinet in Hannover


Hannover/Osnabrück. Als ein beeindruckendes Netzwerk mit hervorrageden Akteuren und Vorbildcharakter für Deutschland hat stellvertretende Landtagspräsidentin Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) das Netzwerk Gesundheitswirtschaft in der Region Osnabrück bezeichnet: GewiNet leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung und biete hervorragende Konzepte, die beispielhaft seien.

Die Region Osnabrück habe viele ländliche Bereiche, in denen, eine gute medizinische Versorgung ein wesentlicher Standortfaktor sei, fügte sie hinzu. Es sei gut, dass die Region hier innovative Lösungen entwickelt habe. „Ich bin extrem begeistert, von dem was die Region leistet“, so die stellvertretende Landtagspräsidentin. Sie sagte die weitere Unterstützung des Landtags zu.

Zuvor hatte GewiNet-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Böckelmann erläutert, dass Telemedizinlösungen eine immer größere Rolle spielten, weil man damit Versorgungsprobleme gut lösen könne. GewiNet sei hier gut aufgestellt.

Dr. Gerhard Bojara, Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück, stellte in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Dr. Thomas Herzig (Facharzt für Allgemeinmedizin und niedergelassener Hausarzt aus Melle) sowie Nicole Polentz (Versorgungsassistentin in seiner Hausarztpraxis) das Projekt „Hausarzt mit Telemedizin“ vor: Es sei von großer Bedeutung, da es künftig immer weniger Hausärzte gebe, zugleich aber immer mehr versorgungsbedürftige ältere Menschen. Ziel sei es, Allgemeinmediziner durch die Unterstützung von eigens geschulten Arzthelferinnen zu entlasten. Gerade bei Hausbesuchen sei dies sinnvoll, da die Ärzte oft einen wesentlichen Teil ihrer Zeit im Auto verbrächten, statt sie zur Behandlung einsetzen zu können. Im Modellprojekt fahren speziell ausgebildete medizinische Fachangestellte raus zu den Patienten, können die Messung von Vitaldaten teils selbst vornehmen und sind zudem per Internet mit dem Hausarzt verbunden, der auf diese Weise telemedizinisch zugegen ist. 

Über das Projekt „Medolution“ informierten Prof. Dr. Nils Reiss (Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde), Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein und Diplominformatiker Frerk Müller von Aschwege (beide Offis e.V. Oldenburg): Der Mangel an Spenderherzen habe dazu geführt, dass viele Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz auf der Warteliste keine Aussicht auf ein entsprechendes Spenderorgan hätten, berichtete Prof. Dr. Reiss: Das Unterstützungssystem helfe Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche: „Wir haben es mit einem Paradigmenwechsel zu tun: Vor einigen Jahren wurde das System noch als Überbrückung verwendet, mittlerweile werden Patienten dauerhaft damit versorgt.“ Die Größe der Kunstherzen habe sich geändert: Die ersten Systeme „ waren groß wie ein Kühlschrank“. Patienten benötigten zwei Helfer zum Schieben der Apparatur. Die Geräte seien aber in den letzten Jahren immer kleiner geworden und passten mittlerweile gut in eine Umhängetasche. Um den Patienten nicht nur während des stationären Aufenthaltes sondern auch zuhause eine erfolgreiche medizinische Überwachung zur Vermeidung lebensbedrohlicher Komplikationen bieten zu können, sei im deutschen Teilprojekt von Medolution die Entwicklung und Erprobung eines umfassenden IT-gestützten Telemonitorings und -managements entwickelt worden. Dieses erläuterten Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein und Diplominformatiker Frerk Müller von Aschwege.