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16.11.2017 10:38 Kategorie: Veranstaltungsberichte

Psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz erkennen


Osnabrück. Die Beurteilung psychischer Belastungen ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, vielen Betrieben aber nur ansatzweise bekannt. Deshalb ging die Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Lukas-Nülle jetzt im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft GewiNet umfassend auf diese Regelung ein und machte die Teilnehmer mit den Hintergründen sowie mit Umsetzungsmöglichkeiten vertraut.

So informierte die Expertin im ersten Schritt über die verschiedenen Begriffe, rechtlichen Hintergründe und Ursachen der psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz auf. Im weiteren Verlauf ging es um die Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Dr. Lukas-Nülle klärte vielfältige Fragen: Was ist Kür, was Pflicht? Was muss grundsätzlich bei der Beurteilung und Dokumentation beachtet werden? Was passt zu welcher Organisation?

Einen Einblick gab es ebenso in das große Spektrum möglicher Vorgehensweisen, Umsetzungsstrategien und Methoden. Denn die Offenheit, die der Gesetzgeber hier lässt, ist eine Chance, die allerdings auch den Aufwand der Auswahl mit sich bringt.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Austausch aller Beteiligten und praxisnahe Beispiele.

Laut Arbeitsschutzgesetz gehört es zu den Grundpflichten jedes Arbeitsgebers, „Die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“ (ArbSchG §4 Nr.1) Dafür hat der Gesetzgeber in §5 ArbSchG festgelegt, dass in allen Betrieben eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden muss. Im Jahr 2013 wurde der Paragraph explizit um den Zusatz „psychische Belastungen bei der Arbeit“ ergänzt.

Gefährdungsbeurteilung ist eine systematische Ermittlung und Bewertung relevanter Gefährdungen (die Möglichkeit eines Schadens oder einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ohne bestimmte Anforderungen an deren Ausmaß oder Eintrittswahrscheinlichkeit) der Beschäftigten.