Otto Heinemann Preis zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf >
< Ab sofort online: Handlungsleitfaden ,,Gute BGM-Praxis in der Pflege"
10.04.2019 10:29

Gesundheitsförderung für Pflegende bereits in die Ausbildung einbinden Ergebnisbericht mit anschließender Podiumsdiskussion


Osnabrück. Gesundheitsförderung und Motivation spielen für Pflegende eine bisher unterschätze Rolle. Dies ist eines der Ergebnisse eines Forschungsprojektes, das das Kompetenzzentrum GewiNet gemeinsam mit der Metropolregion Nordwest realisiert hat. Einige Ergebnisse daraus stellte Nils Holtmann, Projektleiter Fachbereich eHealth: Telemedizin und Telepflege, bei GewiNet jetzt im Medicos vor.

In der anschließenden Diskussion unterstrich Dr. Jochen Berentzen, Schulleiter Schule für Pflegeberufe St. Franziskus Cloppenburg und Vorstandsmitglied der Pflegekammer Niedersachsen, dass das Bewusstsein für die Gesundheitsförderung Pflegender bereits in der Ausbildung Platz finden müsse, um später im Beruf angemessen berücksichtigt zu werden. Seine Schule praktiziere das bereits unter anderem in Form von Gesundheitstagen. Herr Kruthaup, Geschäftsführer der Blomberg Klinik GmbH, berichtete von gesundheitsförderlichen Maßnahmen wie Kochkurse, Achtsamkeitstraining, Yoga und Rückentraining, die sehr positiv von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgenommen werden. Dies zeige sich in einem umfangreichen Seminarkatalog, der unter anderem von den Mitarbeitern der Blomberg Klinik erarbeitet werde.

In der GewiNet-Veranstaltung zum Thema „Pflege stärken. Stärken pflegen.“ gab es weitere zukunftsweisende Einblicke in die Ergebnisse aus dem von der Metropolregion Nordwest geförderten Projekt „Gute BGM-Praxis in der Pflege“.

„Aktuelle Statistiken weisen darauf hin, dass Beschäftigte in der Pflegebranche sehr häufig von psychischen und physischen Erkrankungen betroffen sind. Genau hier setzte das Projekt beim Start im Jahr 2017 an, um die Gesundheit der Pflegekräfte in den Vordergrund zu rücken“, so Magdalena Knappik, Geschäftsführerin bei GewiNet e.V. Seitdem wurden in interdisziplinären Expertenworkshops, in regionalen Netzwerk- und Informationsveranstaltungen die Belastungen im pflegerischen Berufsalltag immer wieder zum Gegenstand der Diskussionen mit Praktikerinnen und Praktikern aus der Pflege gemacht.

Es entstand ein digitaler Handlungsleitfaden, der Informationen zu Best-Practice-Beispielen, den regionalen Ansprechpartnern in den Regionen der Metropolregion Nordwest und Unterstützungsmöglichkeiten zur Einführung von BGM-Maßnahmen bereithält. „Wir haben in den Handlungsempfehlungen versucht, die Theorie mit hilfreichen Praxis-Tipps zu kombinieren und die Vorteile der Gesundheitsförderung für Unternehmen aufzuzeigen“, so Nils Holtmann. 

Die Veranstaltung zeigte auf, welche Herausforderungen die Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Pflege erschweren. Zum Beispiel sei es schon aufgrund der Dienstpläne oft schwierig die Mitarbeiter in die Gesundheitsförderung einzubinden. Gleichzeitig wurde von zahlreichen positiven Erfahrungen berichtet, die zum Mitdenken anregten und die von den Gästen mit nach Hause genommen werden konnten. Die Ergebnisse wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Form einer Visitenkarte zur Verfügung gestellt und können jederzeit über einen QR-Code per Smartphone abgerufen werden.

Hier sehen Sie den Handlungsleitfaden.