Focus-Krankenhausvergleich und Ärzteliste 2018 zeichnen die Häuser in Osnabrück, Georgsmarienhütte und Ostercappeln erneut aus >
< Online-Fragebogen: Was brauchen pflegende Angehörige wirklich?
28.11.2018 11:32

Erfolgreiche Informationsveranstaltung in der Schüchtermann-Klinik zur Volkskrankheit Vorhofflimmern


Über das Thema Vorhofflimmern sprachen in Bad Rothenfelde (von links) Dr. Johannes Amberger, Prof. Dr. Gerold Mönnig, Dr. Godehard Wittig, Prof. Dr. Christian Pott und Dr. Jürgen Ackemann. Foto: Schüchtermann-Klinik

Bad Rothenfelde. Das Thema Vorhofflimmern stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung, die im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in der Schüchtermann-Klinik stattfand.

Unter Moderation von Prof. Dr. Gerold Mönnig, Chefarzt der Kardiologie mit Schwerpunkt Rhythmologie, gingen die Referenten auf verschiedene Aspekte der Krankheit ein.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Christian Pott, Oberarzt Kardiologie. Er informierte über Symptome und Gefahren der Volkskrankheit Vorhofflimmern. Patienten mit Vorhofflimmern verfolge diese Krankheit oft ihr Leben lang, mal mehr mal weniger, sagte er. Risiken für die Entstehung seien unter anderem Rauchen, Alkohol, familiäre Vorbelastungen und Übergewicht. Eine neue Studie habe ergeben, dass eine Reduzierung des Gewichts um zehn Prozent das Vorhofflimmern verschwinden lassen könne. Man könne die Krankheit also durch Gewichtsabnahme oft ähnlich gut bekämpfen wie durch Medikamente. Das Hauptrisiko des Vorhofflimmerns bestehe darin, dass sich im Vorhof Blutgerinnsel bildeten, die sich ablösten, ins Gehirn gelangten und dort einen Schlaganfall auslösen könnten. Deshalb benötigten Patienten mit Vorhofflimmern eine konsequente Blutverdünnung. Beim Vorhofflimmern schlügen die Herzvorhöfe viel zu schnell, unregelmäßig und unkoordiniert. Mit Medikamenten werde versucht, ein normales Vorhofflimmern einzustellen.

Dr. Jürgen Ackemann, Oberarzt Herzchirurgie, stellte Möglichkeiten der Medikation und des Kathetereingriffs sowie chirurgische Maßnahmen vor. Über allem stehe, einen Schlaganfall durch Vorhofflimmern zu verhindern. Weitere Ziele seien eine bessere Belastbarkeit und Leistung des Herzens sowie eine Herstellung des normalen Rhythmusses. Therapiemöglichkeiten seien die Verödung durch einen invasiven Kathetereingriff sowie herzchirurgische Methoden. Das wichtigste aber sei die Gerinnungshemmung zur Vorbeugung eines Schlaganfalls. Hinzu komme die Einnahme von Betablockern, um die Herzschläge zu senken, denn die hohe Frequenz sei schädlich für das Herz.

Dr. Johannes Amberger, Oberarzt Kardiologie, erläuterte Gerinnungshemmung und Alternativen. Bis zu 30 Prozent der Schlaganfälle seien durch Vorhofflimmern bedingt. Patienten, die keine Blutverdünner vertragen, kann nach seinen Worten chirurgisch geholfen werden. Bei ihnen könne über einen Katheter das linke Vorhofohr verschlossen und damit diese Quelle für einen Schlaganfall ausgeschaltet werden.

Dr. Godehard Wittig, Oberarzt Rehabilitation, gab Empfehlungen zur Vorbeugung des Vorhofflimmerns: Patienten sollten sich bemühen, begünstigende Faktoren wie Übergewicht, erhöhte Blutwerte, Schlafapnoe, Bluthochdruck und psychischen Stress in den Griff zu bekommen. Der Oberarzt riet dazu, den Lebensstil zu optimieren und zum Beispiel mehr und regelmäßig Sport zu treiben. Dadurch sinke auch der Blutdruck und man könne manche Tablette einsparen. Geeignete Sportarten seien Nordic Walking, Wandern und Radfahren. Im Rahmen der Vorbeugung und Behandlung sei auch eine gute Ernährung wichtig: Die Mittelmeerküche könne helfen. Es gebe viele Maßnahmen, mit denen man selbst aktiv werden könne, stellte der Arzt klar.

Nach der abschließenden regen Diskussion waren sich alle Beteiligten einig: Es gibt einen Vielfalt an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei der Volkskrankheit Vorhofflimmern, die eine individuelle und interdisziplinäre medizinische Betreuung erfordern. Aber auch vorbeugende Maßnahmen können das Auftreten dieser Rhythmusstörung verhindern, damit das „Herz nicht aus dem Takt“ kommt.