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01.11.2018 12:38

Eine Erfolgsgeschichte der Gesundheitswirtschaft - GewiNet feierte zehnjähriges Bestehen


Osnabrück. Die Region Osnabrück wird sich künftig immer mehr daran messen lassen müssen, wie gut ihre Gesundheitsversorgung aufgestellt ist. Das sagte Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des GewiNet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft. Sie kennzeichnete die Region als einen Top-Standort der Gesundheitswirtschaft. Sie freue sich darauf, als neu gewähltes Vorstandsmitglied dran mitwirken zu können, das Netzwerk weiter voranzubringen, sagte sie.

Erster Vorsitzender Prof. Dr. Michael Böckelmann fasste den Erfolg von GewiNet in Zahlen: Kaum ein Netzwerk dieser Art könne wie GewiNet auf über 100 Mitglieder blicken. Auch die Vielfalt sei einzigartig. Aber GewiNet bringe nicht nur die Akteure der Gesundheitswirtschaft zusammen, sondern bilde auch fort: So gebe es bis heute zum Beispiel 325 Absolventen in der Weiterbildung zur Palliativmedizin bzw. Palliativpflege und 55 Fachberater Betriebliches Gesundheitsmanagement. Das Netzwerk habe zudem seit der Gründung 17 Förderprojekte mit einem Volumen von rund 18,9 Millionen Euro begleitet. Damit konnten in den letzten zehn Jahren 12,3 Millionen Euro Förderumfang für die regionale Gesundheitswirtschaft akquiriert werden. Auch darauf sei GewiNet stolz. Das sei eine tolle Erfolgsbilanz. Prof. Dr. Böckelmann dankte allen Beteiligten.

Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium lobte die Initiatoren von GewiNet, die damals vorausschauend Weichen gestellt hätten. Gerade die Region Osnabrück habe eine sehr starke Gesundheitswirtschaft, die durch Vernetzung noch besser werde. Sie wirke zudem weit über die Region hinaus bis nach Vechta, Oldenburg und in die Grafschaft Bentheim. Auch niedersachsenweit genieße GewiNet ein hohes Ansehen, was unter anderem die große Resonanz auf die Parlamentarischen Abende in Hannover zeige. GewiNet habe auch zukunftsweisende Pilotprojekte auf den Weg gebracht, die überregional Anklang fänden.

Birgit Strangmann, Bürgermeisterin von Osnabrück, ging auf die Vielfalt der Gesundheitseinrichtungen in Stadt und Landkreis ein. Sie bekämen künftig im Zuge des demographischen Wandels eine noch größere Bedeutung. GewiNet vernetze hier vorbildlich und stoße zukunftsweisende Projekte wie zum Beispiel den Gesundheitscampus an. Sie appellierte, den Fachkräftemangel in der Pflege dringend anzugehen und auch mehr Männer für die Pflege zu gewinnen.

Als Festredner hielt Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (Pflegewissenschaftler und Professor für gemeindenahe Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar) Ausblick auf die Zukunft der Pflege.

Er regte er an, Sorgegemeinschaften zu bilden. Tätigkeiten der Pflege müssten auf die Gesellschaft verteilt werden und es müssten Anreize geschaffen werden, die Bürger dafür zu gewinnen. Auch digitale Systeme wie technische Assistenzsysteme, Apps, Ehealth, Telemedizin und Robotik müssten mehr und mehr eingebunden werden. Hier sei Deutschland ebenso wie in der Pflegeausbildung noch deutlich im Rückstand. In der heutigen Pflegeausbildung spielten technische Kompetenzen noch kaum eine Rolle. Der Referent riet, sich stärker damit zu befassen an den Schulen.

Abgerundet wurde der Festakt von Iryna Bilenka-Chaplin, die die zehnjährige Geschichte von GewiNet eindrucksvoll in Sand nachmalte.