Platz 1 bei Pflegequalität und Patientenzufriedenheit >
< Auch Joe Enochs und Thomas Reichenberger vom VFL Osnabrück spielten mit
04.07.2013 14:59

"Downcoolen" ist das Motto


Kinderhospital Osnabrück hat Mithilfe von Spenden einen Ruheraum im Intensivbereich der Station für besonders schutzbedürftige Patienten eingerichtet

Osnabrück. Wie kann man Kindern und Jugendlichen helfen, wenn sie in einer absoluten Grenzsituation sind? Was kann man tun, wenn die jungen Patienten des Kinderhospitals in einer Phase größter Erregung voller Wut und Unruhe sind und sich in diesem Zustand sogar selbst gefährden könnten. Sie müssen sich dann austoben und zur Ruhe kommen können. In der Sprache der Jugendlichen würde vielleicht von "downcoolen" die Rede sein.Im Kinderhospital Osnabrück ist Mithilfe von Spenden ein Ruheraum im Intensivbereich der Station für besonders schutzbedürftige Patienten entstanden.

Der Raum ist atmosphärisch so ausgestattet, dass Patienten mit psychomotorischen Erregungen sich nicht nur entspannen, sondern sich auch abreagieren können. Dazu wurde durch die Gestaltung des Raumes das Verletzungsrisiko minimiert. Gleichzeitig ist der Raum sehr wohnlich und ansprechend eingerichtet worden.

Neben einem Bett und verschiedenen Möbelstücken zum Entspannen, gehört auch eine große, gepolsterte Zielscheibe zur Ausstattung. Bei Bedarf können Boxhandschuhe angezogen und an der Zielscheibe zum Einsatz kommen. „Es geht darum, negative Energie zu kanalisieren, die Kinder sollen sich austoben und danach zur Ruhe kommen können .Ihnen soll ein Ventil gegeben werden “, sagt Stationsleiter Frank Altemöller. Damit die kleinen Patienten sich nicht verletzen, ist der komplette Ruheraum mit Hartschaumstoffplatten gepolstert . Besonders viel Wert wird auf die Atmosphäre im Raum gelegt, so wurde das Lichtspiel nach einem besonderen Konzept ausgewählt und vom Dienstzimmer kann direkt Musik eingespielt werden, die der Entspannung dient.

„Wenn wir die Möglichkeit haben, lassen wir dir Tür zum Raum offen, bei hochgefährdeten Patienten kann der Raum aber auch verschlossen werden. Wir lassen unsere kleinen und größeren Patienten aber niemals alleine, sondern haben sie durch die Fenster ständig im Blick und Kontakt zu ihnen“, erklärt Frank Altemöller. Die Kinder nähmen den Raum gut an, eine Patientin nutze ihn zum Beispiel regelmäßig um an der Zielscheibe das Talent für das Kickboxen zu prüfen. Es muss eben nicht immer eine akute Krise sein.

Entworfen wurde der Ruheraum im Wert von rund 22 000 Euro von der Firma Laurin Therapie Design aus Chemnitz, die sich auf den Bau solcher Time-Out-Räume spezialisiert hat.

Verwaltungsdirektor Wilfried Siemering und Stationsleiter Frank Altemöller (von links) stellen den neuen Ruheraum im Kinderhospital am Schölerberg vor. Foto: Kinderhospital.