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27.10.2016 11:13

Telemedizinische Optionen im Nord-Westen


Oldenburg. Die Möglichkeiten und Perspektiven von regionalen telemedizinischen Kooperationen waren Themen bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Initiative eHealth.Niedersachsen, GewiNet und dem Westdeutschen Teleradiologieverbund am 26. September im Referenzzentrum Mammographie Nord in Oldenburg.

30 Teilnehmer aus einem Dutzend Kliniken und Praxen der Region sowie verschiedenen Institutionen der Gesundheitswirtschaft diskutierten lebhaft mit den Referenten nach deren prägnanten Vorträgen.

Die Bedeutung von Interoperabilität und Standards wurden von Dr. Marc Kämmerer (VISUS) und Dr. Nils Hellrung (Symeda) eindrucksvoll dargelegt. Der Aufbau einer sicheren Infrastruktur für den Datenaustausch in Niedersachsen war dabei ein Ziel, dem sich Dr. Hellrung auch in seiner Funktion als Vorstand im Beirat von eHealth.Niedersachsen, näherte. Dr. Kämmerer verdeutlichte, wie IHE-Profile (Integrating the Healthcare Enterprise)  sich immer mehr als Basis für gemeinsame Entwicklungen etabliert.

Nachdem Annika Thomas aktuelle Telemedizin-Projekte und die Betreuung von länderübergreifenden Initiativen durch das Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft (GewiNet) vorstellte, brachte Dr. Christian Juhra aus dem Universitätsklinikum Münster das breite Anwendungsspektrum von Telemedizin auf den Punkt: Nicht die Technik selber sei das Problem, sondern die Organisation und die Arbeitsprozesse. Der Leiter der Stabsstelle Telemedizin am UKM führte dies anhand zahlreicher umgesetzter Projekte aus, die unterschiedlich aufwändig und erfolgreich sind.

Eine Live-Schaltung zwischen dem Referenzzentrum Mammographie Nord und der Radiologischen Praxis VISIRAD in Pinneberg verdeutlichte dann, warum der Westdeutsche Teleradiologieverbund es geschafft hat, das größte telemedizinische Netzwerk seiner Art in Deutschland zu etablieren. Mit wenigen Klicks können Untersuchungen, wie live demonstriert von Oldenburg nach Pinneberg gesendet werden. Der Nutzen der schnellen und sicheren Übertragung zeigt sich aber erst vor dem Hintergrund der Aktivitäten des Verbundes. Dessen Verbreitung, vornehmlich in Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen, schafft die Möglichkeit, sich ad hoc mit 250 verschiedenen Einrichtungen auszutauschen. Eine dieser Einrichtungen ist dabei das UK Münster, welches mit rund 80 verschiedenen Partnern über den Teleradiologieverbund kommuniziert und dabei monatlich bis zu 250 Untersuchungen versendet und gar doppelt so viele empfängt. Konsilanfragen, Patientenverlegungen und die Erfordernis von Voruntersuchungen sind dabei maßgebliche Anwendungsgründe.

Diese Netzwerkstruktur auch auf die Region zwischen Emden und Bremen und der Nordsee war dann auch in der Quintessenz das Angebot an die Teilnehmer. Die MedEcon Telemedizin, als Betreiber des Westdeutschen Teleradiologieverbundes, bot allen interessierten Kliniken und Praxen der Region an, die Netzwerkstruktur bis Ende März 2017 kostenfrei zu nutzen und somit selber festzustellen, ob sich hieraus medizinische, organisatorische und wirtschaftliche Vorteile ergeben. Hierrüber und über einige andere telemedizinische Ideen sprachen die Teilnehmer der erfolgreichen Veranstaltung bei einem abschließenden Imbiss noch eine längere Zeit.

eHealth.Niedersachsen                                                                              www.ehealth-niedersachsen.de
GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft www.gewinet.de
Westdeutscher Teleradiologieverbund                                               www.medecon-telemedizin.de