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16.06.2014 11:07

Strategien im Kampf um Pflegekräfte


Gibt es in den kommenden Jahren genügend Pflegekräfte im Landkreis Osnabrück? Die Frage birgt Sprengstoff: Das zeigte die große Resonanz auf die Veranstaltung „Wer pflegt im Landkreis?“ des Landkreises Osnabrück und des GewiNet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft e.V.

Rund 70 Vertreter der stationären und ambulanten Gesundheits- und Krankenpflege äußerten in Melle ihre Sorge, aufgrund des Fachkräftemangels in Zukunft nicht das hohe Qualitätsniveau ihrer Angebote halten zu können. Für den Ersten Kreisrat des Landkreises Osnabrück, Stefan Muhle, ein wichtiger Grund jetzt zu handeln: „Mit mehr als 10.000 Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft eine wichtige Branche der Region. Gemeinsam müssen wir Konzepte für die Zukunft finden.“

Ausgangspunkt der Veranstaltung waren die Ergebnisse einer Befragung des Arbeitsmarktmonitorings des Landkreises. Darin hatten sich Arbeitgeber und Beschäftigte der kreisweit 143 stationären Einrichtungen sowie Azubis und Studierende zu Perspektiven des regionalen Arbeitsmarktes im Gesundheits- und Pflegebereich geäußert. 43 % der Einrichtungen erwarten in den nächsten fünf Jahren zusätzlichen Personalbedarf. „Doch das wird schwierig“, erläuterte Geschäftsbereichsleiter Siegfried Averhage: Denn mehr als jede zweite Einrichtung hat Schwierigkeiten Altenpfleger zu finden. Für die Berufe der Gesundheits- und Krankenpfleger ist die Quote mit 39 % ebenfalls sehr hoch. In den kommenden fünf Jahren wird sich die Situation verschärfen: 83 % der Einrichtungen erwarten Probleme bei der Besetzung der Stellen für Alten- und Krankenpfleger und fast die Hälfte rechnet mit Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsstellen.

In Workshops entwickelten die Vertreter der Einrichtungen Handlungsstrategien für die Region. „Diskutiert wurden die Zusammenarbeit bei der Anwerbung von Personal aus dem Ausland oder die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, um die Mitarbeiter an die Einrichtung zu binden und ältere Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten“, so GewiNet-Geschäftsführerin Magdalena Knappik, die die Veranstaltung moderierte. Als wesentliches Hemmnis bei der Rekrutierung im Ausland wurde die Bürokratie im Rahmen der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen identifiziert: So dauere der Anerkennungsprozess oftmals fast ein Jahr. „Und die Sprache ist auch immer noch eine große Hürde“ so eine Teilnehmerin.