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03.05.2017 10:10

„Seelsorge hilft Menschen in Situationen, in denen eigentlich nichts hilft“


Georgsmarienhütte/Osnabrück/Bramsche/München. Seelsorgende der Niels-Stensen-Kliniken sammelten in München beim ersten ökumenischen Kongress Seelsorge im Krankenhaus. Impulse für ihre ArbeitSeelsorgende der Niels-Stensen-Kliniken haben am ersten ökumenischen Kongress für Seelsorge im Krankenhaus und Gesundheitswesen teilgenommen. Carsten Lehmann (Marienhospital Osnabrück), Helga Rolfes (Niels-Stensen-Kliniken Bramsche) und Dr. Martin Splett (Magdalenenklinik Harderberg) berichteten, viele neue Impulse für ihre Arbeit mit den Patienten und Mitarbeitern bekommen zu haben.

„Ich fühle mich sehr bestärkt, Heil und Heilung als Prozess zu verstehen“, so Helga Rolfes, Klinikseelsorgerin der Niels-Stensen-Kliniken Bramsche: „Krankheit bietet immer auch Gestaltungsräume, die alle im Gesundheitswesen Tätigen herausfordert, eng zusammenzuarbeiten.“ 

Sie hat viele tolle Gedanken vom Kongress mitgenommen und hebt dabei besonders Dr. Francesco de Meo, Geschäftsführer der Helios-Kliniken in Berlin hervor, von dem Helga Rolfes sich sehr beeindruckt gibt: „Seelsorge als ´Sand im Getriebe` darf stören und mahnen“, habe er gesagt. Patienten seien in einer „emotionalen Notsituation“, in der die Bedürfnisse nach Begleitung und Gespräch zunähmen. 

Und sie zitierte Reinhard Kardinal Marx : Sich um Arme, Kranke und Leidende zu kümmern, sei Kernauftrag des Christentums. Dies gelte auch unter den Bedingungen eines hochentwickelten Gesundheitssystems. 

Prof. Dr. Armin Nassehi, Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, habe betont: „Seelsorge hilft Menschen in Situationen, in denen eigentlich nichts hilft.“ Die Seelsorge befinde sich im Spannungsfeld der Krankenhäuser als funktionale Dienstleistungsapparate und den Menschen mit ihren spirituellen Bedürfnissen.

Auch Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, unterstrich den Mehr-Wert der Seelsorge: Untersuchungen belegten, dass die Patientenzufriedenheit größer sei, wenn Seelsorgende da seien: „Sie fangen auf, wofür Ärzte und Pflege keine Zeit mehr haben.“ Auch Ärzte seien dankbar, wenn mal ein seelsorgliches Wort an sie gerichtet werde.

Prof. Dr. Eberhard Tiefensee bezeichnete das Krankenhaus als „religiösen Ort par excellence“: In und am Krankenbett brächen alle existenziellen Fragen auf - bei allen Beteiligten, den Patienten, den Angehörigen und auch bei den Ärzten und Pflegenden: „Wo - wenn nicht hier - muss Kirche präsent sein!“ 

Redner aus Medizin, Politik und Kirchen diskutierten mit den Kongress-Teilnehmern verschiedene Konzepte von Seelsorge und plädierten weitgehend dafür, den Unabhängigkeitsstatus der Seelsorge zu bewahren.

Alles in allem empfanden die Seelsorgenden der Niels-Stensen-Kliniken den Kongress, der unter dem Motto „Auftrag - Vernetzung - Perspektiven“ stand, als sehr bereichernd: Ziel sei es gewesen, das Engagement und die Präsenz der Seelsorge im Gesundheitswesen zu reflektieren und wissenschaftlich zu vertiefen. Und das sei vollauf gelungen.