18.11.2015 Veranstaltung „Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen – ein Straftatbestand" >
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08.10.2015 08:54

Schlüssel zum Erfolg ist eine gezielte Bewerberauswahl


Machen sich für eine gezielte Fachkräfterekrutierung im Ausland stark (von links): Sandra Schürmann (Landkreis Osnab-rück), Eva Maria Bramschulte (Institut für Unternehmensentwicklung der Akademie Überlingen), Isabelle Stender (Diskurs Communication GmbH), Andrea Poppen (GewiNet), Klaus Preschle (Diskurs Communication GmbH), Rainer Bußmann (IQ-Netzwerk Niedersachsen), und Magdalena Knappik (GewiNet).

Georgsmarienhütte. Veranstaltung informiert über Fachkräfterekrutierung für die Gesundheitswirtschaft im Ausland.

In der deutschen Gesundheitswirtschaft fehlen Fachkräfte – ein bekanntes Problem. Doch die Personalsuche im Ausland gestaltet sich oft schwierig. Lösungsansätze lieferte jetzt eine gemeinsame Fachveranstaltung des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Arbeit des Landkreises Os-nabrück sowie des Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft GewiNet im Franziskushospital Harderberg in Georgsmarienhütte. Ganz konkret ging es um Projekte, die die Fachkräfterekrutierung in den Ländern Serbien, Bosnien-Herzegowina, Spanien sowie auf den Philippinen in den Blick nehmen.

„Studien des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung prognostizieren bis 2030 etwa 200.000 fehlende Pflegekräfte, eine Studie der Bertelsmann-Stiftung rechnet sogar mit einer halben Million“, so Rainer Bußmann, Leiter des IQ-Netzwerkes Niedersachsen. Notwendig seien also funktionierende Weg der Rekrutierung von ausländischen Fachkräften. Das Projekt TripleWin als Kooperation der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit berücksichtige die Situation der Menschen in den Herkunftsländern, die Interessen der Arbeitgeber und die persönliche Situation der Pflegekräfte – ein Gewinn für alle Seiten also. Ein Schlüssel für den Erfolg sei eine gezielte Bewerberauswahl: Fachliche Ausbildung, Sprachkompetenz und die Möglichkeit zur Anerkennung des Berufsabschlusses seien dabei wesentliche Kriterien. Das lasse sich durch die enge Zusammenarbeit mit der Partnerarbeitsverwaltung im Herkunftsland auf Grundlage eines bilateralen Abkommens gewährleisten, schilderte Bußmann.

Klaus Preschle von der Diskurs Communication GmbH lieferte eine Einschätzung zu den Chancen der Rekrutierung philippinischer Pflegekräfte. Zuvor hatte Eva Maria Bramschulte vom Institut für Unternehmensentwicklung der Akademie Überlingen die Verfahrensschritte des Projektes TripleWin sowie die Erfahrungen mit der Rekrutierung und Integration von Fachkräften aus Spanien vorstellte. Ihr Fazit: Der Erfolg der Projekte sei vor allem von einer intensive Begleitung der Fachkräfte in den ersten Tagen nach der Ankunft in Deutschland sowie einer gelingenden Alltagsbegleitung abhängig. „Die ausländischen Fachkräfte benötigen auf jeden Fall Ansprechpartner und Unterstützung bei den Herausforderungen des täglichen Lebens.“