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22.02.2017 10:37

Rumänische Fachkräfte für die deutsche Pflege?


Wie kann es gelingen, Fachkräfte aus Rumänien für deutsche Pflegeeinrichtungen zu rekrutieren? Darüber informierte jetzt Mediko Hire-Geschäftsführer Peter Hirata (2.v.r.), hier mit (von links) Magdalena Knappik und Rosmarie Stingl vom GewiNet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft e.V., Radu Ogre-zeanu-Ghica von Mediko Hire, und Sandra Schürmann, Fach-kräftebüro des Landkreises Osnabrück.

Osnabrück. Veranstaltung von Landkreis Osnabrück und Netzwerk GewiNet informiert über Rekrutierungsmöglichkeiten.

Was tun gegen den akuten Fachkräftemangel in der deutschen Pflege? Eine Möglichkeit will die Firma Mediko Hire bieten: Sie rekrutiert rumänische Pflegekräfte für den deutschen Arbeitsmarkt. Auf Einladung des Fachkräftebüros des Landkreises Osnabrück und des GewiNet Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft e.V. informierte das Unternehmen jetzt interessierte Pflegeeinrichtungen und Kliniken aus dem Osnabrücker Land in den Räumlichkeiten der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Mediko Hire hat sich seit 2014 darauf spezialisiert, ausgebildete rumänische Pflegekräfte auf die Anforderungen deutscher Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und Pflegedienste vorzubereiten. „Das machen wir mit unserem Aquin-Programm“, erklärte Mediko-Geschäftsführer Peter Hirata vor den knapp 20 Teilnehmern der Veranstaltung. „Aquin“ stehe dabei für Auswahl, Qualifikation und Integration. In acht bis zehn Monaten coache Mediko Hire die rumänischen Pflegekräfte kulturell, sprachlich bis B2-Niveau und so weit wie möglich auch fachlich.

Kommt ein Vermittlungsvertrag zustande, beginnen für die jeweilige deutsche Pflegeeinrichtung Mitwirkungspflichten, erläuterte Hirata. Dazu gehöre die Einarbeitung des neuen Kollegen etwa in der Grundpflege. Ebenso ist im ersten Vierteljahr für eine Unterkunft der rumänischen Fachkraft zu sorgen. Und auch das ist eine Vertragsbedingung, mit der Mediko Hire die Ernsthaftigkeit der interessierten Pflegeeinrichtung prüft: Die neuen Kräfte müssen unbefristete Vollzeitstellen nicht unter 2300 Euro brutto erhalten.

Detailliert dann die Nachfragen der Vertreter der Pflegebetriebe: Beherrschen die rumänischen Fachkräfte das Dokumentationswesen? „Das ist ihre Aufgabe, sie darin einzuarbeiten“, stellte Hirata klar. Moralische Bedenken äußerten Teilnehmer wegen des „Brain-Drain“, des Ausverkaufs von Fachkompetenz, den die Abwerbung in Rumänien verstärken kann. „Zum einen lässt die EU die Möglichkeit zu, in Europa zu arbeiten. Zum anderen helfen wir Menschen, die den berechtigten Wunsch haben, ihre Lebenssituation zu verbessern“, antwortete Peter Hirata. Im Bewerbungsverfahren werde die Motivation jedes Einzelnen genau geprüft. „Wir achten darauf, dass aus wirtschaftlichen Gründen nicht Familienstrukturen zerstört werden,“ versicherte der Geschäftsführer.

Einigen kritischen Äußerungen aus dem Teilnehmerkreis an der Höhe der Vermittlungsgebühr von Mediko Hire wurde von anderen Einrichtungsvertretern widersprochen. Sie wiesen auf die langfristige Integrationsquote der rekrutierten Fachkräfte von etwa 90 Prozent hin. Außerdem leiste die Firma auch die notwendige Arbeit rund um die statusrechtliche Anerkennung der rumänischen Fachkräfte in Deutschland.

Nach so viel Information geht es nun bei Interesse der Einrichtungen in die Umsetzung: „Alle Teilnehmer erhalten die Vertragsbedingungen sowie weiteres Infomaterial und können sich bei Bedarf mit der gewünschten Anzahl der zu rekrutierenden Fachkräfte zurückmelden“, so Sandra Schürmann, Fachräftebüro des Landkreises Osnabrück. Ziel sei es, eine Mindestteilnehmerzahl von zwei Fachkräften pro Einrichtung und mindestens zehn Personen für das Projekt zu erreichen. Der Landkreis Osnabrück und GewiNet werden dabei weiterhin die koordinierende Rolle übernehmen. Zusätzliche Informationen sind erhältlich bei Sandra Schürmann,  Telefon (0541) 501 4806 oder per E-Mail unter sandra.schuermann@Lkos.de