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< Strategien im Kampf um Pflegekräfte
18.06.2014 13:44

Neue technische Herausforderungen in der Pflege meistern


Osnabrück. Als wissenschaftlicher Projektpartner des Bildungswerkes »ver.di in Niedersachsen e.V.« beteiligt sich die Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück an der Konzeption eines berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramms zu assistiven Technologien in der Pflege.

Mit wachsendem Anteil älterer, häufig auch pflegebedürftiger Menschen ergeben sich neue Aufgaben und Anforderungen an die Pflegeberufe. Technische Unterstützungssysteme im persönlichen Wohnumfeld älterer Menschen dienen einer möglichst langen, selbstbestimmten Lebensgestaltung. »Assistive Technologien werden entwickelt, um älteren Menschen und ihren Angehörigen Unterstützung im Alltag zuteilwerden zu lassen. Den Älteren selbst soll ein möglichst langer Erhalt der Selbstständigkeit und ein möglichst langer Verbleib in der angestammten Wohnung ermöglicht werden, indem ihre alltäglichen Handlungen zuverlässig und möglichst unauffällig unterstützt werden«, so der Leiter der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft, Prof. Dr. Hartmut Remmers.

Technische Assistenzsysteme wie beispielsweise in Form von Smart-Home-Lösungen zeichnen sich durch unauffälliges Funktionieren im Hintergrund aus. Die technische Ausstattung der Wohnung soll dabei individuell bedarfsgerecht zum Einsatz kommen, um vorhandene Fähigkeiten zu stärken und etwaige Defizite auszugleichen. Dazu gehören auch sensorgestützte Teppichböden, die Bewegungen registrieren, Stürze erkennen und Hilfsmaßnahmen wie beispielsweise Notrufe einleiten. Ferner können technische Assistenzsysteme miteinander verbunden werden, um beispielsweise an rechtzeitige Mahlzeiten oder die Medikamenteneinnahme zu erinnern. Jedoch ergeben sich zahlreiche ethische Fragestellungen beim Einsatz assistiver Technologien, die jeweils individuell zu diskutieren und hinsichtlich zunehmender Transparenz gegenüber Dritten zu bewerten sind.

Die Entwicklung und Etablierung entsprechender assistiver Technologien wird seit einigen Jahren mit hohem Engagement vorangetrieben, sodass sich nun mit einer gewissen Dringlichkeit die Aufgabe stellt, insbesondere Pflegekräfte für die spezifischen Herausforderungen in den relevanten Handlungsfeldern assistiver Technologien zu qualifizieren. Um eine solche Qualifizierung von Fachkräften zu ermöglichen, sind vor allem Aspekte der Mensch-Technik-Interaktion in den Vordergrund zu stellen. Dabei ist zu beachten, dass grundlegende Kenntnisse von und der Umgang mit vorhandenen Assistiven Technologien in der Pflege bisher nur unzureichend verbreitet sind. In diesem Zusammenhang erweist es sich von besonderer Bedeutung, dass professionell Pflegende, als unmittelbar mit assistiven Technologien im Versorgungskontext befasste Berufsgruppe, über grundlegende Kompetenzen im Bereich Technik verfügen müssen.

Ziel des Projekts ist es daher, im Sinne der »Offenen Hochschule Niedersachsen« eine berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme zu assistiven Technologien in Kooperation mit der Universität Osnabrück anzubieten, um professionelle Pflegekräfte auf fachlich neue Herausforderungen und gegebenenfalls auch auf ein späteres Hochschulstudium vorzubereiten.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Hartmut Remmers, Universität Osnabrück
Fachgebiet Gesundheitswissenschaften
Albrechtstraße 28, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 2474
remmers@uni-osnabrueck.de