Sicherheit wird im Christlichen Kinderhospital groß geschrieben >
< Gesund kochen und essen im Haus Möhringsburg
20.03.2014 12:00

Neue Herausforderungen für Eltern und Schule: Nicht jeder Bauchschmerz bedeutet Lebensmittelunverträglichkeit


Dr. Burkhard Rodeck, Chefarzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück.

Osnabrück. Chronische Schmerzsyndrome und damit auch Bauchschmerz waren Themen beim Kongress der Kinder- und Jugendmediziner in Osnabrück

Eltern und Schulen werden bei der richtigen Einschätzung von Schmerzen bei Kindern vor immer größere Herausforderungen gestellt. Das ist eines der Ergebnisse einer Tagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin mit 350 Kinder- und Jugendärzten aus acht Bundesländern in Osnabrück.

Bei chronischen Bauchschmerzen müsse nach  Lebensmittelunverträglichkeiten gefahndet werden, hieß es. Aber nicht jeder Bauchschmerz sei auf eine Lebensmittelunverträglichkeit zurückzuführen. Funktionelle Bauchschmerzen seien sogar häufiger. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Rücken- und Gliederschmerzen auch ohne dahinter liegende organische Erkrankung könnten sehr beeinträchtigend sein und normale Tagesaktivitäten erheblich stören.

Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie, Laktose- und Fruktoseintoleranz (Gluten-, Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeit) führten zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Durchfall, erläuterte der Kongresspräsident und Ernährungsmediziner Privatdozent Dr. Burkhard Rodeck, Chefarzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück. Das Problem sei, dass zur Vermeidung von unnötigen Diäten die Diagnose eindeutig gestellt werden müsse. Liege allerdings eine Lebensmittelunverträglichkeit vor, müsse die Ernährung nicht nur im häuslichen Umfeld umgestellt werden.

Jede Schule mit Ganztagsbetrieb sei verpflichtet, ein Mittagessen anzubieten. Doch das könne bei Schülern mit Nahrungsmittelunverträglichkeit ein Problem sein. In manchen Fällen sei dann das von zu Hause mitgebrachte Essen der sicherste Weg. Denn die betroffenen Schüler „kennen in der Regel die Auslöser genau und wissen, was sie essen dürfen und was nicht“.

Zudem sollten am Schulkiosk nur Lebensmittel mit Zutatenverzeichnis angeboten werden, so Dr. Rodeck.  Bei Klassenfahrten sollten die Essenspläne vorab mit den Eltern abgesprochenen werden.