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07.07.2016 11:34

Mitarbeiterführung ohne Stress


Gesundheit fest im Blick: Ewald Beelmann (Wirtschaftsförderer Samtgemeinde Bersenbrück), Andreas Güttler (Erster Samtgemeinderat), Christin Tewes (Gewinet), Imke Gerbracht (BARMER GEK) und Doris Gunsch (Psychologische Managementberatung) beim Unternehmerforum in Bersenbrück. Foto: Daniel Meier/Gewinet

Bersenbrück. Erfolgreiches Unternehmerforum mit Doris Gunsch in Bersenbrück.

Unter dem Motto „Lebens- und Unternehmensaufgabe Gesundheit“ stand ein Vortrag im Medienforum Bersenbrück. Zu diesem hatte das Gewinet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft im Rahmen des von der Metropolregion Nordwest geförderten Projektes „Etablierung von BGM-Servicestellen in Bremen, Oldenburg und dem Landkreis Osnabrück“ gemeinsam mit der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und der Barmer GEK eingeladen. 

Nach der Begrüßung durch Andreas Güttler, Erster Samtgemeinderat Bersenbrück, sprach Referentin Doris Gunsch, Psychologische Managementberatung aus Osnabrück, über das Thema Mitarbeiterführung ohne Stress. 

Die Fehlzeiten in deutschen Betrieben seien in den letzten Jahren weiter gestiegen, berichtete sie. Ausschlaggebend seien dabei vor allem psychische Erkrankungen. Diese liefen anderen Krankheiten mehr und mehr den Rang ab.

Doris Gunsch beleuchtete die Hintergründe aus Sicht der Hirnforschung und Motivationspsychologie. Die auch in Pflegeberufen immer wieder auftretende Erkrankung hänge hier eng mit dem Personalmangel zusammen. Früher hätten Pflegende angestauten Stress im Gespräch mit Patienten und Kollegen abbauen können. Das funktioniere heute kaum noch. Und auch bei der Schichtübergabe werde vor allem eines übergeben: das Belastungsgefühl.

Bewegung könne in Betrieben zum Belastungsabbau (Kortisolspiegel) beitragen. Vielfach gebe es aber nicht einmal ein Minimum an Aktivität. Die Referentin empfahl Mitarbeitern in Erschöpfungsphasen einen sogenannten „intentionsfreien“ Tag einzulegen, der keinerlei Verpflichtungen enthalte, weder beruflich noch privat.  Auf diesem Weg könnten sich Betroffene in kurzer Zeit den Erholungswert von einigen freien Tagen verschaffen.  Das funktioniere aber nur, wenn nicht bereits eine Depression vorliege. Mit einem solchen Tag könne zuweilen eine Verschlimmerung verhindert werden.  Zur Burnoutvorbeugung seien auch gute soziale Kontakte im Team sehr wichtig, der „Plausch zwischendurch“. Er begünstige die Ausschüttung des zufriedenheitssteigernden Botenstoffs Dopamin. Wirksame Mittel gegen Stress und einen zu hohen Kortisolspiegel seien auch Yoga und Meditation. Sie ermöglichten eine nachhaltige Senkung des Kortisolspiegels.

Gefördert werde ein Burnout hingegen von Terminüberlastung und Zeitdruck. Menschen mit starker Selbstkontrolle, die sich oft an Perfektionismus zeige, rutschten schneller ins Burnout, erläuterte die Management-Beraterin. Im Gegensatz zur Selbstkontrolle werde in Zukunft die Selbstregulation wichtiger. Die dazu notwendigen Fähigkeiten werden in dem Self-Care-Training, ein Firmenangebot der Barmer GEK, gemessen und trainiert. Dieses Training basiert auf neurowissenschaftlichen Grundlagen.  

Am 23. August endet die Reihe zum BGM mit der Veranstaltung „BGM 4.0 – Digitales Gesundheitsmanagement“. Veranstaltungsort ist dann der NINO-Hochbau, NINO-Allee 11,  Nordhorn.