Digitalisierung gewinnt auch beim Thema „Gesundheit im Betrieb“ in Großunternehmen immer mehr an Bedeutung >
< Patienten können für mehr Sicherheit im Krankenhaus sorgen
24.05.2017 10:59

Mit dem Auge in die Gallengänge


Über das neue Endoskop, das einen direkten Zugang in die Gallengänge ermöglicht, freuen sich Chefärztin Privatdozentin Dr. Kerstin Schütte und Dr. Oliver Möschler, Leiter der Sektion Endoskopie und Sonographie des MHO. Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-Kliniken.

Osnabrück. Es hat den Durchmesser einer Tintenfüllerpatrone und enthält eine kleine Kamera: Durch ein neues Endoskop ermöglicht das Marienhospital Osnabrück (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken jetzt als erstes Krankenhaus in der Region einen direkten Zugang in die Gallengänge. Das war bisher nur indirekt durch die Beurteilung eines Röntgenbildes nach Einspritzen von Kontrastmittel in die Gallenwege möglich und damit für spezielle Fragestellungen nicht genau genug.

Mit dem neuen Endoskop können die Ärzte - anders als vorher - auch Gewebeproben entnehmen und Steinzertrümmerungen oder Tumorverödungen vornehmen. Das mit fünf Millimetern ultradünne und hochflexible Instrument kann direkt in den Gallengang eingeführt werden.

„Untersuchungen der Gallenwege werden nun deutlich einfacher und noch effektiver“, sagt Dr. Oliver Möschler, Leiter der Sektion Endoskopie und Sonographie des MHO: Gerade für therapeutischen Eingriffe im Gallengangsystem ist die neue Technik schonend und hilfreich.

Ein Fortschritt sei die Innovation auch hinsichtlich der Früherkennung des Gallengangkarzinoms, eines bösartigen Tumors der Gallenwege.

„Ich freue mich, dass wir mit den neuen Methoden jetzt noch umfassender für Patienten mit diesen komplexen Erkrankungen sorgen können. Zusätzlich ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem Team aus endoskopischem Spezialisten, Gastroenterologen und erfahrenem Viszeralchirurgen, die im Marienhospital gelebt wird, sehr wichtig, um die richtigen Entscheidungen gemeinsam mit unseren Patienten und für unsere Patienten treffen zu können“, ergänzt Privatdozentin Dr. Kerstin Schütte, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin/Gastroenterologie am MHO.

Die Sektion Endoskopie und Sonographie gehört zur Klinik Innere Medizin und Gastroenterologie und führt im Jahr über 7500 endoskopische und mehr als 6800 sonographische Untersuchungen inklusive aller therapeutischen Verfahren durch. Damit gehört sie zu den leistungsstärksten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.