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30.01.2017 22:11

Länger im eigenen Heim leben


Freuen sich über die gelungene Konferenz, von links nach rechts: Annika Thomas (Projektleitung Telemedizin, GewiNet e.V.), Dr. Marco Eichelberg (Gruppenleiter Automatisierung und Integrationstechnik, OFFIS e.V.), Magdalena Knappik (Geschäftsführerin, GewiNet e.V.) und David Jacob Huber (Geschäftsführer, BFW Landesverband Niedersachsen/Bremen e.V.)

Oldenburg. GewiNet-Veranstaltung in Oldenburg diskutiert technische Möglichkeiten und gesellschaftliche Bedingungen - Metropolregion Nordwest hat das Thema „altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft“ zu einem Schwerpunkt gemacht

Technische Assistenzsysteme für die Wohnung standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Vereins GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft in Oldenburg. In seiner Begrüßung betonte Jörg Bensberg, Landrat des Kreises Ammerland und 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest, „dass immer mehr Menschen vor der Herausforderung stehen Zuhause wohnen bleiben zu wollen, auch bei steigender Pflegebedürftigkeit“.

Innovative Technik kann helfen, diesem Wunsch nachzukommen. Um den Austausch darüber zu fördern, hat die Metropolregion Nordwest das Thema „altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft“ zu einem Schwerpunkt gemacht.

Daran, dass Ältere in der Wohnung dank der Technik nachhaltig und altersgerecht wohnen können, arbeitet Dr. Marco Eichelberg vom OFFIS e.V. – Institut für Informatik, FuE Bereich Gesundheit an der Universität Oldenburg – im Projekt LivingCare. LivingCare steht für ein lernendes Hausautomationssystem.

Die Potenziale von Smart Home-Technologien bei sozialen Dienstleistern stellte Simon Timmermanns von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Weser-Ems - vor. Die Messung von Vitaldaten rettet Leben. Durch diese Art von Daten kann zum Beispiel ein Sturz frühzeitig erkannt oder sogar vermieden werden.

Das Thema „barrierefreies Wohnen und was unabhängige Wohnberatungsstellen leisten“, beleuchtete Silke Keller, Dipl.-Ing. (Architektur) der Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege e.V., am Beispiel des Kompetenzzentrums Barrierefreies Wohnen in den Berufsbildenden Schulen Syke. Keller betonte, dass sie den Menschen individuelle Lösungsansätze zeigen wolle und dass es insgesamt mehr finanzielle Unterstützung für unabhängige Wohnberatungsstellen geben muss.

Christian Morawietz, ProVita Alltagsassistenz Deutschland, stellte Sicherheits- und Entlastungssysteme für zuhause und unterwegs vor. Besonders bei Menschen mit Weglauftendenzen kann eine Uhr hilfreich sein, die sich optisch nicht von anderen unterscheidet, jedoch mit GPS ausgestattet ist und dabei hilft, orientierungslose dementiell Erkrankte zu orten.

Vor dem Hintergrund des steigenden Pflege- und Hilfsbedarfs arbeitet die Wolfsburg AG im Handlungsfeld Gesundheit an quartiersbezogenen Wohnkonzepten und Assistenzsystemen zur Stärkung der häuslichen Pflege.

Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit von Assistenzsystemen zeigten Andreas Stallkamp (Wohnberater Landkreis Osnabrück) und Martin Schnellhammer (Living Lab Wohnen + Pflege) konkrete Anwendungsbeispiele und gaben einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.

In der abschließenden Diskussion wurden mögliche Implementierungsstrategien von technischen Assistenzsystemen erörtert. Magdalena Knappik, Dienstleistungsreferentin der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und Geschäftsführerin von GewiNet, schilderte, dass das Thema bei vielen Akteuren der Immobilienwirtschaft noch nicht auf der Agenda stehe. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure müsse noch verbessert werden. In der Diskussion wurde der Bedarf nach altersgerechten Assistenzsysteme deutlich, jedoch stehe die Umsetzung noch vor großen Herausforderungen. Interessierte können sich bei den Wohnberatungsstellen der Landkreise informieren.