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28.07.2014 09:38

Kunstherz statt Transplantation ?


Voller Saal bei der Informationsveranstaltung zum Thema Kunstherz in der Schüchtermann-Klinik. Foto: Schüchtermann-Klinik.

Bad Rothenfelde. Informationsveranstaltung in der Schüchtermann-Klinik.

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) macht den Betroffenen das Leben oft so schwer wie kaum eine andere Krankheit. Spenderorgane sind rar. Immer häufiger wird daher auf technische Hilfen zur Kreislaufunterstützung gesetzt. Über die neuesten Entwicklungen informierten Mediziner jetzt in der Schüchtermann-Klinik.

Prof. Dr. Henning Warnecke, Chefarzt der Herzchirurgie, erläuterte den rund 180 Teilnehmern, dass die Schüchtermann-Klinik bereits seit drei Jahren alle gängigen Herzunterstützungssysteme implantiert. „Ein spezielles Team bestehend aus Herzchirurg, Kardiologen, Intensivpflegepersonal und Koordinatoren für das sogenannte ventrikuläre Unterstützungssystem (VAD) kümmert sich 24 Stunden am Tag um die Patienten“, so der Chefarzt: „Nach der ersten Operation werden die Patienten in die Rehabilitationsklinik der Schüchtermann-Klinik verlegt, in der ebenfalls ein speziell auf die Therapie dieser Patienten ausgerichtetes Team die weitere Rehabilitation übernimmt und die Entlassung ins häusliche Umfeld der Patienten vorbereitet.“ 

In der Veranstaltung wurden alle wichtigen Aspekte der mechanischen Kreislaufunterstützung erörtert. Während Dr. Alexander Reinecke, Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie an der Universitätsklinik Kiel, über die Ursachen und den Verlauf der chronischen Herzinsuffizienz informierte, berichtete Prof. Dr. Till Neumann, stellvertretender Direktor des Westdeutschen Herzzentrums Essen, von den Vor- und Nachteilen der bisher üblichen Therapieverfahren bei dieser Erkrankung. Dr. Sebastian Schulte-Eistrup, der als Oberarzt der Herzchirurgie und klinischer Leiter dieses Bereiches in der Schüchtermann-Klinik die Veranstaltung initiiert hatte, warf einen Blick in die Vergangenheit und skizzierte den Weg von den ersten Kunstherzen bis zum heutigen Stand der Technik. 

Im Anschluss befasste sich Prof. Dr. Nils Reiss, Oberarzt der Klinik für Rehabilitation, mit der Frage, ob heutige Herzunterstützungssysteme eine echte Therapiealternative zur Herztransplantation sein können: „Vor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Sterberate und der verbesserten Lebensqualität stellen aktuelle Unterstützungssysteme eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit für schwerkranke Patienten dar“, sagte er. 

Einige Veränderungen bringe das Leben mit einem Kunstherzsystem jedoch mit sich, berichtete der Kardiologe Oliver Gaubitz, Oberarzt der Herzchirurgie. Während ihres Aufenthaltes in der Schüchtermann-Klinik würden die Patienten jedoch umfassend zu Themen wie Energieversorgung des Kunstherzens, Medikamenteneinstellung und Wundpflege geschult.