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05.02.2015 10:33

Breite Zustimmung zur Pflegekammer


Pflegedirektoren von elf Krankenhäusern der Region unterstützen Initiative der Landesregierung

Osnabrück. Die Pflegedirektoren von elf Krankenhäusern mit rund 4 500 Pflegenden in der Region Osnabrück machen sich für die Einrichtung einer Pflegekammer stark und unterstützen damit ausdrücklich die entsprechende Initiative der rot-grünen Landesregierung. 

Denn die Zahl pflegebedürftiger Menschen werde in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich zunehmen, heißt es in einem gemeinsamen Appell. Die Zahl derer, die die professionelle Pflege übernehmen könnten, müsste ebenso deutlich steigen, was aber nicht geschehe. Der Pflegeberuf müsse daher attraktiver werden. Er müsse wie im Eckpunktepapier der Landesregierung beschrieben, eine Selbstverwaltung als Körperschaft des öffentlichen Rechts entstehen.

Eine Pflegekammer könne nicht alle Probleme lösen, heißt es in dem Appell weiter: „Sie ist zum Beispiel nicht zuständig für tarifliche Aufgaben, Rentenregelungen oder Pflegesatzverhandlungen. Eine  Pflegekammer wird die Pflicht haben, zum Wohle der Allgemeinheit die Bürger vor gesundheitlichen Nachteilen und Schäden durch unsachgemäße Pflege zu schützen.“ Sie werde dazu im Gegensatz zu Berufsverbänden demokratisch legitimiert und staatlich kontrolliert die berufspolitische Vertretung aller Pflegenden übernehmen. Die Pflegekammer werde unter anderem die Pflegequalität bestimmen, Berufspflichten beschreiben, gutachterliche Tätigkeiten übernehmen und Bildung in der Pflege fördern, regeln und überwachen.

„Eine Pflegekammer ist kein Selbstzweck Pflegender“, so die Pflegedirektoren, sondern liege im Interesse aller: „In Rheinland Pfalz ist die Einrichtung einer Pflegekammer beschlossen worden. Andere Bundesländer werden folgen – auch Niedersachsen.“