IWK Osnabrück: Neuer Kurs 2017 "Deutsch und Medizin im beruflichen Alltag für ausländische Ärztinnen´/Ärzte >
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17.11.2016 09:42

Älter werdende Bevölkerung fordert neue Behandlungswege


Herzkatheter-Behandlungsmethoden stellten im Medicos vor (von links): Dr. Steffen Hofmann,Dr. Marek Kowalski, Dr. Norbert Franz, Prof. Dr. Joachim Thale, Prof. Dr. Thomas Wichter, Prof. Dr. Henning Warnecke und Dr. Mathias Lange. Foto: Daniel Meier

Osnabrück/Bad Rothenfelde. Herzzentrum Osnabrück-Bad Rothenfelde informierte im Gesundheitszentrum Medicos.Neue Behandlungswege von Herzerkrankungen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Herzzentrums Osnabrück-Bad Rothenfelde (Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, Schüchtermann-Klinik, Klinikum Osnabrück).

Die Chefärzte Prof. Dr. Thomas Wichter, Prof. Dr. Joachim Thale und Prof. Dr. Henning Warnecke freuten sich als Veranstalter über die große Resonanz. Das Thema sei angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft aktueller denn je, sagte Prof. Dr. Thale in seiner Einführung. Dabei bekomme die enge Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten vor und auch nach dem Eingriff eine immer größere Bedeutung.

Ein Beispiel dafür sei der Ersatz der Aortenklappe, eine Herzklappe, die zwischen linker Herzkammer und Aorta als Ventil wirkt. Die Operation werde immer häufiger per Katheter vorgenommen, erläuterte Privatdozent Dr. Norbert Franz (Leitender Abteilungsarzt Kardiologie in der Schüchtermann-Klinik). In der  Schüchtermann-Klinik werden nach seinen Worten in diesem Jahr mehr als 400 Eingriffe dieser Art vorgenommen.

In weiteren Vorträgen ging es um Herzklappenfehler, bei denen die Mitralklappe (zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer) und die Trikuspidalklappe (zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer) nicht richtig schließen, so dass das Blut beim Zusammenziehen des Herzmuskels in den Vorhof zurückfließt. Referent war Dr. Marek Kowalski (Oberarzt Kardiologie Schüchtermann-Klinik). 

Dr. Mathias Lange (Oberarzt Klinik für Kardiologie in den Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück) erläuterte die katheterbasierte Behandlung zur Vorbeugung eines durch eine Embolie bedingten Schlaganfalls. Dabei gelangen Blutgerinnsel, die von einer Thrombose der Beinvenen über eine Kurzschlussverbindung ("Foramen ovale") im Herzen oder bei Vorhofflimmern aus einer anatomischen Aussackung des linken Vorhofs ("Vorhofohr") bis zum Gehirn und lösen einen Schlaganfall aus. Bei ausgewählten Patienten mit Kontraindikationen gegen Blutgerinnungshemmer kann ein Verschluss dieser Strukturen mittels Herzkatheter durch sogenannte "Okkluder" ("Schirmchen", "Stöpsel") den drohenden Schlaganfall wirksam verhindern.

Auf die Entwicklungen bei niedergelassenen Kardiologen und neue Aspekte der Zusammenarbeit mit den Kliniken ging Dr. Alexander Cadenbach (Kardiologische Gemeinschaftspraxis Osnabrück) ausführlich ein.

Anschließend wurde über die Themen sowie innovative Therapiemöglichkeiten der modernen Kardiologie an der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde, am Klinikum Osnabrück und am Marienhospital Osnabrück umfassend diskutiert. Die hervorragende Versorgung von Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen durch die Kliniken für Kardiologie und Herzchirurgie in der Region wurde hervorgehoben.